Abwässer und Abfall: aus Umweltsicht ist die Schifffahrt aber oft problematisch

Posted on April 17, 2022 von

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Öl und Abwasser ablassen ist auch heute noch im Mittelmeer normal, wo vor Jahren, grosse Öl Klumpgen die Griechischen Inseln verschutzten, oder in Albanien entsorgter Plastik und sonstiger Müll bis in die Naturschutz Gebiete in Kroatien getrieben wurde. Die EU Millionen, wurden unter Minister Fatmir Mediu, einen Gangster Unternehmen ganz einfach gestohlen wie Alle anderen Gelder ebenso.

Containerschiff

Handelsschiffe tragen die Hauptlast des globalen Handels, aus Umweltsicht ist die Schifffahrt aber oft problematisch. © unbekannt

Trotz Verbot: Schiffe entsorgen ölige Abwässer im Meer

Daniela Gschweng /  Das sogenannte Bilgewasser unbehandelt abzulassen, ist längst verboten, aber erschreckend häufig. Ein Grund dafür ist Geiz.

Am tiefsten Punkt eines Schiffs sammelt sich der Dreck. Wasser aus kleinen Lecks, Kondenswasser aus der Klimaanlage, Reinigungsmittel sowie Öl- und Schmierabfälle aus dem Maschinenraum rinnen nach unten in die Bilge und bilden dort eine giftige Suppe.

Das Bilgewasser unbehandelt im Meer zu entsorgen, ist seit Jahrzehnten verboten. Trotzdem lassen rund 3000 Schiffe jedes Jahr ölhaltige Abwässer in europäische Gewässer ab, schätzt das Investigativmedium «Lighthouse Reports». Das macht acht vorsätzliche Ölverschmutzungen am Tag, die grösstenteils unsichtbar bleiben.

«Lighthouse Reports» hat zusammen mit neun anderen europäischen Medien monatelang zu den heimlichen Ölspuren recherchiert. Teil des Recherchekollektivs waren unter anderen der britische «Guardian» und die «Deutsche Welle». Die Recherchierenden stiessen auf stille Mitwisser, resignierte Seeleute, überforderte Behörden und ein ineffizientes Strafsystem.

Das unsichtbare Verbrechen

In der Branche ist das ein offenes Geheimnis. Der Grund dafür ist Geiz. Vorgeschrieben ist, Bilgewasser vor dem Ablassen in ölige und wässrige Bestandteile zu trennen. Der wässrige Teil darf nach Vorschriften der internationalen Marinebehörde IMO dann nur noch wenig Öl enthalten, er schädigt die Meere aber immer noch.

Der ölige Teil muss im Hafen entsorgt werden. Ein Handelsschiff kann mehrere Tonnen Bilgewasser pro Tag produzieren. Es ins Meer zu pumpen statt in den Ölabscheider, spart bis zu 200’000 Dollar im Jahr.

Die Recherche stützt sich unter anderem auf Satellitenbilder, die die Umweltorganisation «SkyTruth» mit Hilfe von Machine Learning auswertet. Im Zeitraum von Juli 2020 bis Dezember 2021 fand sie 1500 illegale Ölspuren, bei 180 konnte das verursachende Schiff identifiziert werden.

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Eine Ölspur in der Strasse von Malakka in Südostasien, die 2017 von Satelliten aufgenommen wurde. © SkyTruth

Kaum Risiko, erwischt zu werden

Ölige Abwässer entstehen auch beim Spülen von Motoren oder beim Reinigen von Tanks. Grosse Sorgen, beim Ablassen erwischt zu werden, brauchen sich Skipper nicht zu machen, trotz moderner Überwachungstechnik. Die Ölspur verliert sich schnell.

«Wenn Sie das im Ärmelkanal bei gutem Wetter tagsüber machen, haben Sie sofort die Polizei auf dem Hals», verdeutlicht Christian Bussau, Marinebiologe bei Greenpeace, gegenüber der «Deutschen Welle». Nachts und bei schlechtem Wetter ist das Risiko gering. Manche Schiffe nutzen sogar kleinere oder grössere Ölkatastrophen, um ihr schmutziges Abwasser loszuwerden.

Die «kleine Ölpest» ist sehr häufig

Die Folge ist eine kleine Ölpest, die Meeresorganismen nachhaltig schädigt. Auch deshalb, weil das Ablassen von öligem Wasser sehr häufig vorkommt. Ausser Öl enthält Bilgewasser noch verschiedene Chemikalien, Detergenzien, und Metalle wie Arsen, Blei und Quecksilber.

Nach Schätzungen von «SkyTruth» werden jedes Jahr mehr als 200‘000 Kubikmeter Bilgewasser abgelassen – eine Menge, die fünf Mal der Ölkatastrophe durch die Havarie der Exxon Valdez entspricht.

Der Tanker, auf dem er arbeite, lasse regelmässig unbehandeltes Bilgewasser ab, berichtete ein junger Marineingenieur der «Deutsche Welle». Er habe inzwischen resigniert, sagt er traurig. Sowohl vor der toxischen und streng hierarchischen Kultur auf See wie auch vor der Gleichgültigkeit gegenüber dem Lebensraum Meer.

Wenige Mitwisser, zahnlose Kontrollen

Die Vorschriften zu umgehen, sei einfach. Seeleute nutzten eine kleine, tragbare Pumpe, die sich leicht verstecken lasse und bei einer Inspektion nicht auffalle, sagen mehrere Whistleblower. Ein Video der «Deutschen Welle», das dieses Vorgehen beschreibt, findet sich hier. Das Bilgewasser wird dann oft in den Abwassertank gepumpt, den Schiffe auf hoher See ablassen dürfen.

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