Tierschutz und Griechenland

Posted on Januar 31, 2018 von

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Tierschutz und Griechenland

Foto: Wassilis Aswestopoulos

Inhaltsverzeichnis

  1. Tierschutz und Griechenland
  2. Bis zu 1,8 Millionen herrenlose Hunde und zwei Millionen streunende Katzen
  3. Auf einer Seite lesen

Bis zu 1,8 Millionen herrenlose Hunden und noch mehr streunende Katzen – Dennoch gibt es positive Entwicklungen wie etwa die Bestrafung von Misshandlungen

Ein im Zusammenhang mit den ständigen Berichten über Finanznöte und Flüchtlinge in Griechenland kaum beachtetes Thema ist der Tierschutz. Dass Touristen aus ihrem Urlaub neben schönen Erinnerungen an Strand und Sonne auch gern ein adoptiertes herrenloses Haustier mitnehmen, ist keine Seltenheit. Ein „Exportschlager“ Griechenlands sind die Vierbeiner, die von Griechen achtlos ausgesetzt wurden.

Vielen ist das Schicksal des Athener „Demonstrationshundes“ Loukanikos bekannt. Loukanikos, der vor seiner Adoption durch Autonome lange auf der Straße als herrenloser Hund gelebt hatte, verstarb in Obhut von Menschen, die sich um ihn sorgten.

Tausenden ehemaligen Haustieren ist dies nicht vergönnt. Sie siechen an Straßenrändern in der Provinz dahin, wenn sie nicht schon als Welpen oder Katzenbabies von ihren herzlosen Herrchen in den Abfall geworfen werden. Zu herrenlosen Hunden werden einst teuer bezahlte Jagdhunde, sobald sie ihren Herrchen nutzlos erscheinen.

Ebenso wie in anderen Ländern auch landen viele wie Spielzeuge gekaufte Tiere auf der Straße, sobald den Besitzern deutlich wird, dass es sich nicht um bewegliche Plüschtiere, sondern um Lebewesen mit Ansprüchen handelt. In Zeiten der Wirtschaftskrise werden früher als Statussymbol gekaufte Tiere schlicht durch Aussetzen entsorgt.

Die herrenlosen Hunde und Katzen ernähren sich in der Folge von Abfällen. Vor allem Hunde rotten sich in provinziellen Gegenden zu Rudeln zusammen. Die herrenlosen Tiere vermehren sich, da sie in den seltensten Fällen sterilisiert sind.

Viele empfinden dies als Plage und greifen zu Gift, welches sie in ihrer Nachbarschaft verstreuen. Damit nehmen sie in Kauf, dass die Tiere, welche den Köder fressen, qualvoll verenden. Zudem kommen auch nicht nur herrenlose Haustiere durch die Giftköder ums Leben. Es gibt Hundebesitzer, welche aus diesem Grund beim Gassi-Gehen mit ihrem Liebling Atropinspritzen in der Tasche haben.

Berichte über Besitzer von Tavernen, welche herrenlose Tiere in der Umgebung ihres Geschäfts erschießen oder erschlagen, kursierten in der Vergangenheit immer wieder in den Medien. Verschärfte Tierschutzgesetze haben dies geändert. Nunmehr wird die Misshandlung von Tieren streng bestraft.

So bekam ein Hundehalter aus Euböa, der sein Tier in engem Raum im eigenen Kot hielt, ein Jahr Haft auf Bewährung und 5.000 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Damit kam der Mann glimpflich davon. Denn er erhielt lediglich die Mindeststrafe für Tiermisshandlung.

In Volos hatte ein Mann zur Selbstjustiz gegriffen, weil er meinte, dass seine Taubenzucht durch die Katze der Nachbarin in Gefahr sei. Er erschlug die Katze und erhielt für seine Tat eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie 5.000 Euro Geldstrafe. Haft- und Geldstrafen drohen zudem jedem, der Fotos oder Videos, welche Misshandlungen von Tieren oder sexuelle Praktiken mit ihnen verherrlichen, in Umlauf bringt.

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https://www.heise.de/tp/features/Tierschutz-und-Griechenland-3956504.html

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