Betrugs Callcenter im Kosovo terrorisiert Schweizer – Versicherungs Betrug ohne Ende

Posted on Juli 18, 2015 von

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Versicherungen

17. Juli 2015 05:53; Akt: 17.07.2015 16:16 Print

Callcenter im Kosovo terrorisiert Schweizer

von Qendresa Llugiqi – Unerwünschte Werbeanrufe nerven und sind teils illegal. Callcenter verkaufen Schweizern Versicherungen – meist aus dem Ausland.

storybildDie Nummern werden von einer automatisierten Wähleinrichtung gewählt. (Bild: AFP/Andrew Ross)

 

«Verpasster Anruf von der Nummer 044 551 00 …». Mehrmals täglich klingelt das Handy nur einmal – dann wird aufgelegt. Ruft man zurück, meldet sich ein Mitarbeiter von Suisse Call. Er vereinbare für Helsana und Visana Beratungstermine, wird er sagen, den Anruf habe wohl ein Kollege getätigt. Mit dem Rückruf fischt er nach Telefonnummern. 20 Minuten weiss: Das Callcenter mit der Schweizer Nummer hat seinen Sitz in Pristina, Kosovo, und verdient sein Geld, indem es Kunden an Versicherungsagenten vermittelt.

Auf Nachfrage beim Schweizer Namensvetter SwissCall zeigt sich: Die Firma im Kosovo fischt unerlaubt in fremden Teichen und ist wegen der Namensgleichheit mit den Schweizern in einen Rechtsstreit geraten. «Es haben sich bereits Leute bei uns gemeldet, die sich beschweren wollten, und wir wussten nicht einmal, worum es ging», erzählt Patrick Dütschler, Geschäftsführer von SwissCall.

Das dreiste Modell

Dütschler erklärt das «dreiste Geschäftsmodell» der ausländischen Callcenter: «Sie stellen deutschsprachige Mitarbeiter an, die sich als Vermittler für grosse Schweizer Versicherungen ausgeben.» Können sie einen Termin vereinbaren, klingelt die Kasse. Das zeigt auch das Jobinserat von Suisse Call, das 20 Minuten in Kosovo gesehen hat: «Grundgehalt 400 Euro. Nach 15 Terminen wird jeder Termin mit 10 Euro bezahlt.»

Diese Beratungstermine werden laut Dütschler unter anderem auf Vergleichsportalen an unabhängige Vermittler verkauft. Diese besuchen die Leute, beraten sie und schliessen einen Vertrag für eine Schweizer Versicherung ab.

«Es ist kein Geheimnis, dass es schwarze Schafe gibt»

Die Masche sei den Versicherern bekannt, bestätigt Stefan Heini, Sprecher von Helsana. «Dass Suisse Call angeblich direkt von uns dazu aufgefordert wurde, stimmt nicht.» Das sei nur eine Masche, um eher zu einem Termin zu kommen. «Helsana arbeitet ausschliesslich mit seriösen Vertragspartnern zusammen, die ihre Standards erfüllen», so Heini. «Wir halten uns strikt an die gesetzlichen Vorgaben über Telefonwerbung und ahnden Verstösse.» Trotzdem: «Eine 100-prozentige Kontrolle ist nicht möglich», so Heini.

Gebe sich jemand unerlaubt als Helsana-Partner aus, gingen sie dagegen vor. «Auch Beschwerden gegen unsere Vertragspartner werden rigoros geprüft», so Heini. «Denn unseriöse Vermittler sind für Helsana und die ganze Branche hochgradig reputationsschädigend.»

Auf Vermittler angewiesen

Auch Visana kennt das Problem. «Diese Callcenter sind aber nicht von uns autorisiert, wie sie einem klarmachen wollen», betont Visana-Sprecher David Müller. Die Nummern würden vielmehr von einer automatisierten Wähleinrichtung gewählt. Dennoch arbeitet auch Visana mit Vermittlern zusammen. ………………..http://www.20min.ch/schweiz/news/story/13546283

Betrug ohne Ende, schon wieder einer dieser Pseudo Rentner

Bundesgerichtsentscheid

21. Juli 2015 13:43; Akt: 21.07.2015 15:42 Print

Versicherung zahlt nicht für Autounfall im Kosovo

Ein in der Schweiz lebender Kosovare ist in Kosovo mit einem Auto verunfallt. Die Versicherung Helvetia lehnte seine Forderungen ab. Zu Recht, entschied das Bundesgericht.

storybildHat laut Bundesgericht richtig gehandelt: Der Hauptsitz der Versicherung Helvetia in Basel. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Der Versicherungsschutz gilt nur für jene Gebiete Serbiens, die auch von der serbischen Regierung kontrolliert werden. Dieser Hinweis auf der grünen Versicherungskarte reicht gemäss Bundesgericht aus, um dem Versicherten klarzumachen, dass für Unfälle in Kosovo keine Deckung besteht.

Das Lausanner Gericht hat die Beschwerde eines in der Schweiz lebenden Kosovaren abgewiesen, der mit dem in der Schweiz eingelösten Auto des Schwiegervaters 2007 in Kosovo verunfallte.

Der Mann ist heute Paraplegiker. Er erhält für sich und seine Familie eine Invalidenrente und Ergänzungsleistungen. Von der Transitversicherung, die jeweils beim Eintritt nach Kosovo zu lösen ist, erhielt er 90’000 Franken, von der Pensionskasse 42’000 Franken.

Der Verunfallte forderte 54’000 Franken von Helvetia

Von der Helvetia, bei welcher der Unfallwagen versichert war, verlangte der Mann weitere rund 54’000 Franken. Er argumentierte, dass aus der grünen Versicherungskarte nicht klar hervorginge, dass in Kosovo kein Versicherungsschutz besteht.

Darauf ist noch der Staat Serbien-Montenegro aufgeführt, der zum Zeitpunkt der Abgabe der Karte nicht mehr existierte, weil sich Montenegro abgespalten hatte. Serbien-Montenegro ist auf dem Versicherungsausweis nicht durchgestrichen, was bedeutet, dass dort die Versicherungsdeckung gegeben ist. http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Versicherung-zahlt-nicht-fuer-Autounfall-im-Kosovo-26448815

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