Der NATO Massenmord im Balkan, Irak mit Uran Munition

Posted on Oktober 13, 2013 von

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Man weiss seit langem wie hoch kriminelle diese Waffe ist, wo heute ebenso im Irak Tausende Zivilisten sterben und einige Italienische Soldaten, waren die Ersten, welche starben im Balkan Einsatz
16.07.2013 / Thema / Seite 10Inhalt

Tod bei 5000 Grad

Hintergrund. Uranmunition ist eine Ausrottungswaffe. Seit dem Irak-Krieg 1991 kommt sie bei der NATO massenhaft zum Einsatz – mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung und die eingesetzten Soldaten

Von Frieder Wagner
Im Irak kam 1991 und 2003 Uranmunition zum Einsatz. Wegen ihrer
Im Irak kam 1991 und 2003 Uranmunition zum Einsatz. Wegen ihrer durchschlagenden Wirkung wurde sie gegen Panzer und Bunker verwendet (­ausgebrannte irakische Panzer nahe Bagdad, 26.5.2003)
Foto: Reuters Photographer / Reuters

Wer den Friedhof der bosnisch-serbischen Kleinstadt Bratunac besucht, dem fällt auf, daß viele Gräber und Grabsteine relativ neu sind. Und wer näher hinsieht, stellt fest, sehr viele Sterbedaten sind aus den Jahren 1997 und 1998. Und noch etwas ist bemerkenswert: Fast alle diese Verstorbenen stammen aus Hadzici, einem Städtchen 15 Kilometer südwestlich von Sarajevo. Hadzici war Ende August/Anfang September 1995 im sogenannten Bosnienkrieg einer der Orte, die von NATO-Streitkräften heftig bombardiert wurden, weil die serbischen Streitkräfte dort ein Panzerreparaturwerk und ein großes Waffendepot unterhielten. Als nach der Bombardierung die serbischen Militärs eine stark erhöhte Radioaktivität feststellten, war ihnen klar, daß die NATO Uranbomben eingesetzt hatte. Deshalb wurden kurz danach knapp 4000 Bürger der Kleinstadt nach Bratunac umgesiedelt. Aber es war zu spät. Die meisten hatten sich schon kontaminiert, und viele starben innerhalb weniger Jahre an Krebs und Leukämie. Die angegebenen Zahlen der Opfer sind verschieden. Eine Ärztin vor Ort spricht von 650 Toten, und in einer WDR-Dokumentation aus dem Jahr 2004 werden 1112 genannt. Der Journalist Robert Fisk schrieb schon im Januar 2001 in der britischen Tageszeitung Independent von über 300 Toten und meinte, man hätte auf die Grabsteine schreiben können: Gestorben an den Folgen der Uranmunition.

»Nutzen« der Uranmunition

Diese Munition wird aus abgereichertem Uran – Depleted Uranium, kurz auch DU genannt – hergestellt. Es ist ein Abfallprodukt der Atom­industrie. Wenn man aus natürlichem Uran Brennstäbe im Gewicht von einer Tonne herstellt, entstehen etwa acht Tonnen abgereichertes Uran. Die sind zwar als Alphastrahler nur schwach radioaktiv, müssen aber entsprechend entsorgt und bewacht werden, was teuer ist. Inzwischen gibt es weltweit davon etwa 1,2 Millionen Tonnen, und es werden täglich mehr. Die Atomindustrie stellte sich darum sehr bald die Frage, wie sie dieses radioaktive und hochgiftige Material wieder los wird. Der Verkauf an die Rüstungsindustrie ist für sie eine profitbringende Alternative zur teuren und komplizierten Entsorgung.

Abgereichertes Uran besitzt für militärische Zwecke zwei ausgezeichnete Eigenschaften. Formt man es zu einem spitzen Stab und beschleunigt ihn entsprechend, durchdringt er aufgrund seines enormen Gewichtes mühelos Stahl und Stahlbeton – wie heißes Eisen ein Stück Butter. Dabei entsteht an diesem Uranstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze mit Temperaturen zwischen 3000 und 5000 Grad Celsius selbst entzündet. Wenn sich ein solches Geschoß in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer schweißt, fängt das abgereicherte Uran Feuer und die Soldaten in dem Panzer verglühen. Wegen dieser beiden Eigenschaften sind Uranwaffen bei den Militärs so beliebt. Sie wurden deshalb in allen vergangenen Kriegen der USA und der NATO eingesetzt: 1995 in Bosnien, 1999 im Kosovo, 2001 in Afghanistan und 2003 – wie schon 1991 – im Irak.

Soweit bekannt, besitzen 21 Staaten inzwischen Uranmunition: die USA, Rußland, Großbritannien, China, Schweden, die Niederlande, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, die Türkei, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Israel, Saudi-Arabien, Irak, Pakistan, Thailand, Südkorea und Japan. Bei den US-Streitkräften wird die DU-Munition größtenteils vom Kampfjet A-10 »Thunderbolt« verschossen. Das Bodenkampfflugzeug kann mit seiner 30-Millimeter-Bordkanone pro Minute 3900 Geschosse abfeuern. Lasergesteuerte Bomben vom Typ GBU: 28 wurden schon im Irak-Krieg von 1991 getestet. Auch der in Deutschland stationierte US-»Abrams«-Kampfpanzer kann mit 120-Millimeter-Granaten aus abgereichertem Uran bestückt werden. Die Munition wird z.B. im US-Stützpunkt Baumholder in Rheinland-Pfalz gelagert.

Krebstod nach Bundeswehrtest

Schon im August 1983 hat die Bundeswehr unter strengster Geheimhaltung eigene Tests mit Uranmunition durchgeführt. Während die Öffentlichkeit mit Protesten gegen die Stationierung von »Pershing«-Raketen abgelenkt war, verschoß die Bundeswehr 50 bis 60 Urangranaten mitten in Deutschland auf dem Truppenübungsplatz bei Munster. Für die Geschosse wurden sogar abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken verarbeitet. Wegen der hohen Geheimhaltungsstufe trafen die Befehlshaber für die Soldaten keinerlei Schutzmaßnahmen. Einer dieser Soldaten war der Panzerschütze Erich S. (Name dem Autor bekannt). Zwei Jahre später war der vorher kerngesunde Mann arbeitsunfähig an Krebs erkrankt und klagte auf Wehrdienstentschädigung. Dem Gericht legte er Beweise vor: So die Namen und Adressen von sechs Kameraden, die bei den Tests dabeiwaren. Mehrere dieser Soldaten hatten von den Tests Granathülsen mit nach Hause genommen, auch Erich S. Drei Hülsen wurden mittels Massenspektroskopie untersucht. Außerdem wurden bei ihm eine Urin- und eine Haaranalyse durchgeführt. Sowohl in den Hülsen als auch im Körper des Panzerschützen wurden Spuren von Uran 238, Plutonium und Uran 236 festgestellt. Da Uran 236 in der Natur nicht vorkommt und nur bei der Wiederaufbereitung von atomaren Brennstäben entsteht, müssen die Granaten aus Material aus abgebrannten Brennelementen hergestellt worden sein.

Das zuständige Sozialgericht hatte im Juni 2007 die Klage von Erich S. abgewiesen, weil es sich bei der Granathülse angeblich um ein niederländisches Fabrikat gehandelt hat. Das war völlig unsinnig, da auf jeder Hülse mehrere Nummern zu entziffern sind. Nur eine von ihnen ist niederländischen Ursprungs. Die übrigen sind Bezeichnungen der Firmen Rheinmetall, Dynamit Nobel und Diehl, Nürnberg. Trotzdem lehnte das Gericht die Klage ab und empfahl deren Rücknahme.

Eine erneute Verhandlung im November 2008 vor dem Landessozialgericht endete mit einer faustdicken Überraschung. Die Richter dieser höheren Instanz waren der Ansicht, daß der Experte der Bundeswehr das erste Gericht bewußt getäuscht habe, da für jeden Laien eindeutig erkennbar sei, daß es sich bei der Granathülse um deutsche Munition gehandelt hat. Damit war auch die Bundesregierung blamiert. Das erste Gericht wurde angewiesen, den Prozeß neu aufzurollen. Inzwischen ist Erich S. im Dezember 2011 im Alter von nur 49 Jahren seiner schweren Krebserkrankung erlegen. Aber das deutsche Verteidigungsministerium schreibt weiterhin jedem auf entsprechende Anfrage: »Bis heute hat keine Studie oder Untersuchung einen wissenschaftlich nachweisbaren ursächlichen Zusammenhang zwischen der Verwendung abgereicherten Urans in Munition und den damit in Verbindung gebrachten Krankheiten aufgedeckt.«

Wissenschaftler decken auf

Tödlich auf Milliarden Jahre: Vor allem die Radioaktivit&au
Tödlich auf Milliarden Jahre: Vor allem die Radioaktivität der verschossenen DU-Munition führt zu Krebs und Mißbildungen (Messungen jugoslawischer Soldaten bei Presevo nahe dem Kosovo, 15.1.2001)
Foto: Reuters Photographer / Reuters

Viele renommierte Wissenschaftler, auch des US-amerikanischen Militärs, haben wiederholt festgestellt, daß es einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von radioaktiver Munition und schweren Erkrankungen gibt. Hier nur ein paar Beispiele: Die Erkenntnisse des Gründers des Krebsforschungszentrums an der Universität von Pennsylvania, Peter Nowell, aus dem Jahr 1976 besagen: »Es gibt keinen Zweifel an der Fähigkeit der Radioaktivität, Krebs zu erzeugen und auch denjenigen Krebs zu fördern, der durch andere Karzinogene erzeugt worden ist«. Auch Dr. John W. Gofman, vormals Leiter der Plutonium-Forschungsgruppe, warnte sehr drastisch: »Nach allen vernünftigen Maßstäben, die wir aus den Ergebnissen der Wissenschaft gewinnen, gibt es keine unbedenkliche radioaktive Dosis…..

http://www.jungewelt.de/2013/07-16/022.php

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