Griechenland zwischen europäischem Bankrott und makedonischem Pranger und die Probleme der Albaner

Posted on April 6, 2012 von

0



ATHEN UND SKOPJE
Griechenland zwischen europäischem Bankrott und makedonischem Pranger
Es gibt „Rettungsringe“ und „Fallschirme“, aber was ist ein „Rettungsschirm“? Und was ist an Griechenland noch zu retten? Griechenland „ist pleite“, es sieht bereits die „letzte Ausfahrt Staatsbankrott“, dank hausgemachter „Misswirtschaft, Korruption und Klientelwirtschaft“. So beschreiben es Michael Kräte, Heinz-Jürgen Axt und andere Experten.
Von Wolf Oschlies
EM 04-12 · 05.04.2012

 

G riechen sehen das freilich ganz anders, sie argwöhnten seit Jahren, dass „Deutschland-EG“ und USA Griechenlands Verderben betreiben. Derzeit ist die Bevölkerung voll Zorn auf den „Westen“ und seine ständigen Sparforderungen. Die Griechische Kirche propagiert „orthodoxe Überlegenheitsgefühle“ gegenüber der „Dekadenzkultur des Westens“. Medien konterfeien die deutsche Kanzlerin als Nazihexe mit SS-Runen, und Vizepremier Theodoros Panaglos behauptete 2010, an Griechenlands Krise trage Deutschland die Hauptschuld. Es habe im Zweiten Weltkrieg „griechische Gold und griechisches Geld gestohlen“ und bislang keine „Reparationen“ geleistet. Im Raum stehen 162 Milliarden Euro, die Athen „mit allen Mitteln“ von Deutschland eintreiben sollte. 87 Prozent aller Griechen fordern das.

Hat Griechenland bei Makedonien sein Blatt überreizt?

Pangalos ist als rüdes Schandmaul berüchtigt, vor allem in Deutschland, das er, damals „Europaminister“, schon 1993 wegen dessen Engagement für Makedonien als „Monstrum mit kindischem Verstand“ beschimpfte. Der deutsche Außenminister Klaus Kinkel nannte ihn einen „Flegel“ und vollzog am 16. Dezember die Anerkennung Makedoniens.

Hat Griechenland derzeit erneut sein Blatt überreizt? Am 5. Dezember 2011 urteilte das höchste UN-Gericht, der Haager Internationale Gerichtshof (ICJ), mit 15 gegen eine Richterstimme, dass Griechenland gegen das makedonisch-griechische Interimsabkommen vom 13. September 1995 verstoßen hat, als es beim Bukarester NATO-Gipfel Anfang April 2008 den längst beschlossenen NATO-Beitritt Makedoniens blockierte. Das durfte es laut Artikel 11 des Abkommens nicht, weswegen Makedonien am 17. November 2008 eine Klage beim ICJ einreichte, mit der es dann obsiegte. ICJ-Präside Hisashi Owada ließ zudem durchblicken, dass Makedonien von Griechenland auch beim EU-Beitritt blockiert würde und folglich das moralische Recht habe, sich gegen Athens unfaires Vorgehen zu wehren.

Dimitris Droutsas, 2010/11 griechischer Auenminister, schwante schon früh, dass Athen in Bukarest einen schweren Fehler gemacht hatte. Wie lange würden NATO, EU u.a. es noch hinnehmen, von Griechenland manipuliert und vorgeführt zu werden? Beim NATO-Gipfel 2008 brüstete sich Premier Karamanlis in einer Botschaft ans griechische Volk, dass Makedonien allein dank eines griechischen Vetos nicht in die NATO gelangt sei, aber als Makedonien genau das zum Kernpunkt seiner Klage machte, stellte Athen es als „Verschleierung“ dessen hin, dass Makedonien ständig „gegen grundlegende Verpflichtungen“ des Abkommens verstoße.

………….

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20120411

Skender Meta aus Albanien steht vor einem Schuldenberg (Foto: Jannis Papadimitriou)

Griechenland

Migranten verlassen Griechenland

Für viele Albaner war Griechenland das gelobte Land. Sie fanden dort Arbeit und wanderten aus. Doch die Finanz- und Wirtschaftskrise treibt sie nun zurück in die Heimat, wo ihnen wieder die Arbeitslosigkeit droht.

Skender Meta hat schon alles versucht, um mit ehrlicher Arbeit genügend Geld zu verdienen und seine Familie ernähren zu können. Seit zwanzig Jahren verdingt sich der Albaner in Griechenland als Kuhmelker, Gebäudereiniger, Obstpflücker oder Bauarbeiter. Vor allem als Fliesenleger hatte er Freude an seiner Arbeit und dazu auch noch ein ordentliches Einkommen auf der einstigen Großbaustelle Athen. Βis die große Krise ausbrach: Seit 2009 konnte der Familienvater nur noch sporadisch arbeiten.

„Das Baugewerbe ist am Ende. Wenn überhaupt, arbeitest du zum Billiglohn und ohne Versicherungsschutz“, sagt Skender Meta. Als Fliesenleger bekomme er nur noch einen Tagessatz von fünfzig Euro – und es sei nicht einmal sicher, ob der Lohn wirklich ausgezahlt wird. „Es ist nämlich oft vorgekommen, dass ein Auftraggeber mit Verspätung oder überhaupt nicht zahlt.“

Hochverschuldete Arbeiter aus Albanien

Heute steht Meta vor einem Schuldenberg: „Insgesamt sind es 15.000 Euro, allein meiner Bank schulde ich 4.000. Ich habe die Leute bei der Bank um eine Umschuldung gebeten und die meinten, meine Schulden würden in diesem Fall wegen der Zinsen auf über 6.000 Euro steigen“, sagt der albanische Arbeiter.

Über 70 Prozent der albanischen Einwanderer in Griechenland würden am liebsten vor der Krise fliehen und in ihre Heimat zurückkehren, glaubt Skender Meta. Aus eigener Erfahrung weiß er aber auch: Auch das Leben dort steckt voller Schwierigkeiten. In den vergangenen Jahren habe er schon zweimal die Heimreise angetreten, wenn seine Situation in Griechenland schwierig war. Doch er sah sich immer wieder gezwungen, nach Athen zurückzukommen, um der Arbeitslosigkeit zu Hause zu entfliehen.

Einwanderer werden zu Opfern der Krise

…………

http://www.dw.de/dw

Und in Albanien, werden die Albaner von kriminellen Immobilien Betrügern abgezockt, die ihre illegal gebauten Immobilien mit gefälschten Dokumenten verkaufen wollen.

Verschlagwortet: , ,
Posted in: Albania, Allgemeines