MORD UND DIPLOMATIE – SERBEN ÜBERLEBEN ANSCHLAG IM KOSOVO

Posted on Oktober 26, 2011 von

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MORD UND DIPLOMATIE – SERBEN ÜBERLEBEN ANSCHLAG IM KOSOVO l
Serbien
Geschrieben von: Zoran Sergievski, Wien
Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 16:58 Uhr
KFOR gegen SerbienIm Trubel um die Versuche der NATO-Besatzungstruppe KFOR, die serbischen Barrikaden im Nordkosovo aufzulösen, ging ein Mordanschlag in Metochien, dem Westteil Kosovos, medial völlig unter. Am Donnerstag tötete ein Albaner aus Lukavac im Dorf Dobrusa den 64-jährigen Miodrag K. bei einer Schießerei. Seine zwei anderen Opfer, Drasko O. und Dejan B. aus Metochien, überlebten das Attentat schwer verletzt. Die Serben wurden in Kosovska Mitrovica operiert und werden vermutlich bald das Krankenhaus verlassen. Ein politisches oder ethnisches Motiv wird bisher ausgeschlossen. Angeblich geht es „nur“ um einen Grundstücksstreit. Der Albaner übergab sich bald darauf dem „Kosovo Police Service“ (KPS, Polizeidienst Kosovo), einer paramilitärischen Nachfolgeorganisation der UCK(derterroristischen„Kosovo-Befreiungsarmee“). Die Regierungen in Pristina und Belgrad verurteilten das Verbrechen einhellig, die kosovarischen Behörden kündigten ein rasches Verfahren für den Mörder an. Nachdem dieser aber beim KPS und nicht der ebenso kritikwürdigen EU-„Rechtsstaatsmission“ EULEX einsitzt, kann man dieses Versprechen als leer bezeichnen. Angesichts des Attentats und des gegenwärtigen Konflikts auf dem Amselfeld mahnte der serbische Verteidigungsminister Dragan Sutanovac an, jetzt nicht allein auf den Norden, sondern alle Serben im Kosovo acht zu geben. Seit dem Ende des Kosovokrieges 1999, insbesondere seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung von 2008, sind Serben in der abtrünnigen Provinz vermehrt Schikanen durch die kosovoalbanischen und westlichen Parallelinstitutionen ausgesetzt. Die Kosovoalbaner widerum kritisieren einhellig die Arbeit der EULEX und warfen ihr bis vor kurzem noch vor, in Diensten der serbischen Regierung zu stehen. Die EU-Polizeitruppe wird immer wieder mit Korruptions- und Willkürvorwürfen gegenüber der gesamten kosovarischen Bevölkerung konfrontiert.Das diplomatische Team Belgrads für die Verhandlungen mit Pristina hat inzwischen angekündigt, die kosovarischen Zollstempel akzeptieren zu wollen. Die Aufstellung von Kosovo-albanischen Zöllnern bei den administrativen Übergängen in Jarinje und Brnjak beträfe diese Anerkennung jedoch nicht. Der gegenwärtige Konflikt entbrannte an diesem Stempel-Streit, nachdem die Regierung Hashim Thacis Spezialpolizisten der Einheit ROSU an die „Grenze“ zu Serbien schickte. Diese hatten die Aufgabe, dort einen kosovarischen Zoll einzurichten. Bei Ausschreitungen kam damals ein Angehöriger der ROSU durch Schüsse ums Leben. Seitdem halten serbische Bürger, allen voran Frauen, mehrere Zufahrtstraßen in die abtrünnige südserbische Provinz besetzt. Die KFOR versucht seit vergangener Woche, diese einzureißen. In Jagnjenica sind Einheiten der Bundeswehr und des Bundesheers dabei, sich mit schwerem Gerät (etwa Räumpanzern und Baggern) dauerhaft einzurichten.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag teilten die Vertreter der serbischen Bezirke im Norden des Kosovos mit, dass ihnen Präsident Boris Tadic volle Unterstützung für „friedliche Proteste zur Verwirklichung legitimer Ziele“ zugesichert habe. Am Wochenende hatte er die Besetzer auf den Barrikaden noch aufgefordert, ihre Stellungen aufzugeben sowie EULEX und KFOR freie Fahrt zu gewähren. Damit folgte er der westlichen Interpretation zur Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats. Tadic sagte kein Wort zur KPS und der ROSU, die ebenfalls ein direkter Nachfolger der UCK ist. Dies ist laut 1244 und dem Friedensvertrag von Kumanovo illegal, genau wie die Abspaltung der EU-Kolonie Kosovo von Serbien.

Tadic hat in Belgrad mit dem Haager Ermittler für den Organhandelsskandal, John Klint Williamson, wiederholt eine unabhängige und objektive Aufklärung dieser Affäre gefordert. Im Sommer 1999 verschleppte eine Spezialeinheit der UCK 300 serbische Männer nach Albanien, ermordete sie dort und entnahm den Leichen im Kosovo die Organe, welche dann im Schwarzmarkt verschwanden. Zahlreiche Indizien weisen auf eine Verwicklung des Kosovo-Premiers, Hashim Thaci, in diese Aktion hin.

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