Die Geheim Abkommen, zwischen Milosevic und Tudjman

Posted on Juni 22, 2011 von

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Hat es Vereinbarungen zwischen Tuđman und Milošević gegeben?

Müssen Geschichtsbücher umgeschrieben werden?

In der Vergangenheit ist von Historikern das Zusammenfallen des ehemaligen Jugoslawiens aus den verschiedenen Blickwickeln dargestellt worden. Dabei hat es verschiedene Hinweise darauf gegeben, dass sich der kroatische Staatspräsident Franjo Tuđman und der jugoslawische Staatspräsident Slobodan Milošević zu geheimen Gesprächen getroffen haben, um die Aufteilung der Teilrepublik Bosnien-Herzegowina zu besprechen. Diese Sitzungen haben in Karađorđevo und Tikveš sowie in Slowenien und Bosnien-Herzegowina stattgefunden. Außerdem hat es zahlreiche Treffen bei internationalen Konferenzen gegeben. Zusätzlich ist Tuđmans unmittelbarer Mitarbeiter Hrvoje Šarinić in der Zeit von 1993 bis 1995 mehrfach zu Milošević nach Belgrad gereist.

Unter der Regie von Slađana Zarić ist ein zweiteiliger Dokumentarfilm unter dem Titel: “Tuđman, Milošević: Dogovoreni rat?” entstanden, in dem anhand von Originalaufnahmen darüber berichtet wird. In diesem Film äußern sich auch verschiedene Zeitgenossen zu den damaligen Ereignissen im ehemaligen Jugoslawien und wie es zu dem Krieg gekommen ist.

Die erste Folge dieses Films ist gestern Abend im serbischen Fernsehen RTS gesendet worden. Die Zweite folgt heute Abend.

Hier kann man weitere Einzelheiten (leider nur in kroatischer Sprache) erfahren und sich die erste Folge ansehen. Daraus geht hervor, dass die damalige Entwicklung auch sehr stark aus dem Ausland beeinflusst wurde.

Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 14:09 Uhr


26.5.2010
Bosnien-Deal von Milošević & Tudjman
Die Ex-Präsidenten Serbiens und Kroatiens, Slobodan Milošević und Franjo Tudjman, bemühten sich während des Bosnien-Krieges (1992-1995) um die Aufteilung des bosnischen Gebietes zwischen ihren Staaten.
Offenbar wollte allerdings keiner die bosniakische (muslimische) Bevölkerung haben. Das ergibt sich aus den Notizbüchern des wegen Kriegsverbrechen angeklagten früheren Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladić, die die serbischen Behörden bei einer Durchsuchung im Belgrader Wohnhaus seiner Familie im Februar sichergestellt und im Mai dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien (ICTY) zugestellt haben.
„Es gilt, den Kroaten zu helfen, um die Muslime zur Aufteilung Bosniens zu zwingen“, zitierte Mladić am 8. Juli 1993 den damaligen Präsidenten der bosnischen Republika Srpska, Radovan Karadžić, gegen den seit Ende des Vorjahres der Prozess vor dem Haager Tribunal läuft.

In der Notiz zum selben Tag wird auch Milošević von Mladić zu dem selben Thema zitiert: „Den Muslimen sollen annehmbare Möglichkeiten angeboten werden, (…) auf dem Kriegsschauplatz sollen ihre Positionen allerdings zerstört werden.

Ich würde die Aufteilung der Muslime auf zwei Autonomiegebiete nicht befürworten. Wir haben sie alle den Kroaten angeboten, aber Tudjman sagte: ‚Nehmt ihr sie'“, so Milošević laut Mladić.

Bisher war bekannt, dass Tudjman und Milošević bei einem Geheimtreffen in Karadjordjevo westlich von Belgrad im Jahr 1991 die Aufteilung Bosnien-Herzegowinas zwischen Serbien und Kroatien besprochen hatten. Dass diesbezügliche Gespräche auch während des Bosnien-Kriegs fortgesetzt wurden, war bisher nicht bekannt.

Wie die Zeitung berichtete, möchte die Tribunalsanklage die Notizbücher Mladićs als Beweisunterlagen nicht nur in den laufenden Prozessen gegen Karadžić, den früheren serbischen Geheimdienstchef Jovica Stanišić und den serbischen Ultranationalisten Vojislav Šešelj, sondern auch gegen den ehemaligen Befehlshaber des Kroatischen Verteidigungsrates (HVO) in Herceg Bosna, Slobodan Praljak, verwenden.

Mladić, der nach dem Bosnien-Krieg in Belgrad lebte, war vor gut sieben Jahren untergetaucht, wird aber weiterhin in Serbien vermutet.

Mladić war zusammen mit Karadzic vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen angeklagt worden.

Seine Familie hatte am Dienstag die Absicht geäußert, ihn gerichtlich für tot erklären zu lassen. Die serbischen Behörden erklärten, dass sie nichtsdestotrotz die Fahndung nach Mladic nicht einstellen würden.

Mutmaßlicher Kriegsverbrecher gefasst (26.5.2010)