Europol-Report 2011: Westbalkan: Boomregion der Organisierten Kriminalität

Posted on Mai 9, 2011 von

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Rauschgift, Waffen und Bargeld. Das Europäische Polizeiamt Europol zeichnet im OCTA-Report 2011 ein detailliertes Bild der Hauptakteure und der Zentren der Organisierten Kriminalität in Europa. Foto: dpa

Rauschgift, Waffen und Bargeld. Das Europäische Polizeiamt Europol zeichnet im OCTA-Report 2011 ein detailliertes Bild der Hauptakteure und der Zentren der Organisierten Kriminalität in Europa. Foto: dpa

Aktuell – Montag 9 Mai 2011 – Globales Europa

Europol-Report 2011

Westbalkan: Boomregion der Organisierten Kriminalität

Die Organisierte Kriminalität profitiert von der Wirtschaftskrise, von der Visaliberalisierung und von der Schengen-Erweiterung. Das geht aus einem aktuellen Europol-Report hervor. Besonders effektiv arbeiten demnach die litauische Mafia, albanische und kosovarische Banden. Der Westbalkan ist das aufstrebende Zentrum für illegale Aktivitäten in der EU.

Nicht nur Krimi-Autoren und Drehbuchschreiber sollten den aktuellen Bericht des Europäischen Polizeiamtes genau studieren. Europols „Opens external link in new windowOrganised Crime Threat Assessment (OCTA) 2011“ ist für alle eine Pflichtlektüre, die auf etwa 30 Seiten eine kompakte Übersicht über die Organisierte Kriminalität in der EU bekommen wollen.

Fünf Zentren des Verbrechens

Die Europol-Experten haben in Europa fünf regionale Drehkreuze für Kriminalität identifiziert. In diesen Zentren konzentrieren die Verbrecher ihre Infrastruktur, um die Europäer mit illegalen Drogen zu versorgen, um Menschenhandel zu betreiben, illegale Einwanderung zu steuern, um Waffen, Zigaretten oder gefälschte Produkte und Euroscheine in die EU zu schmuggeln. Die fünf europäischen Hubs sind:

– Nordwest mit den Zentren in den Niederlande und Belgien
Nordost mit den Zentren in Litauen, Estland, Lettland und Kaliningrad
Südost mit den Zentren in Bulgarien, Rumänien und Griechenland
Süden mit Süditalien
Südwest mit Spanien und Portugal

Jede dieser Axen ist dabei auf bestimmte Delikte spezialisiert. Das Nordwest-Zentrum ist die Drogendrehscheibe Europas. Der Nordosten bleibt eine begehrte Transitstelle für Gruppen aus der ehemaligen Sowjetunion. Es ist zugleich die Basis für gewalttätige Gruppen, die in mehreren illegalen Geschäften aktiv sind und international operieren.

Der Südwesten ist eine beliebte Verteilungsstation für Kokain und Cannabis und für den Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Der Süden fokussiert auf Geldfälschung und Produktpiraterie und dient einigen der bestausgestatteten Verbrecherbanden Europas als Basis und als Transitzentrum für Menschenhandel und illegale Einwanderung.

Balkan-Achse und Schwarzes Meer

Der aufsteigene Stern der Organisierten Kriminalität ist aber der Südosten und der Westbalkan. Das Schwarze Meer und diverse Balkan-Routen dienen als Drehkreuz für kriminelle Ströme nach und aus Europa. Es hat sich eine Balkan-Achse herausgebildet, die den Westbalkan und Südosteuropa umfasst. „Wo verschiedene Routen des Balkans und des Schwarzen Meeres zusammenlaufen, bilden sich derzeit neue Transitzentren heraus“, heißt es in dem OCTA-Bericht, der Ungarn als besonders gefährdet für diesen Trend benennt.

„Albanischsprachige Verbrecherbanden, ebenso wie türkische und solche aus der ehemaligen Sowjetunion, versuchen ihre Aktivitäten in die EU auszudehnen und könnten die Möglichkeiten einer Schengen-Erweiterung um Bulgarien und Rumänien ausnutzen. Das gleiche gilt für die jüngsten Visabefreiungen und anstehende Visaerleichterungen für die Staaten des Westbalkans, die Ukraine und Moldawien“, heißt es bei Europol.

„Die Ausweitung der Visaliberalisierung für Bosnien-Herzegowina und Albanien könnte zu umfassendem Missbrauch führen, so wie es geschah, als die Visa-Beschränkungen für Serben, Montenegriner und Mazedonier aufgehoben wurden.“ Das gleiche Problem gelte auch für Länder wie die Ukraine, Moldawien und Russland, die für die nahe Zukunft ebenfalls auf Visaerleichterungen hoffen. „Zweifellos ergeben sich damit neue Möglichkeiten für Gruppen der Organisierten Kriminalität, die in illegale Einwanderung und in Menschenhandel verwickelt sind“, heißt es weiter.

Die Ukraine reagierte sehr verstimmt auf die Einschätzung von Europol. Der ukrainische EU-Botschafter Konstantin Jelissejew hat Europol postwendend Opens external link in new windowaufgefordert, seine Einschätzung zu revidieren. Der ukrainische Top-Diplomat Jelissejew hatte bereits im April 2010 im Opens external link in new windowEurActiv.de-Interview Demütigungen bei der Visavergabe beklagt und sich für die Visaliberalisierung ausgesprochen.

Westbalkan

Die Ermittler sehen in der Region des ehemaligen Jugoslawien ein Drehkreuz für kriminelle Aktivitäten, das an Bedeutung gewinnt. Serbiens Präsident Boris Tadić hatte das Problem Anfang des Jahres überraschend offen angesprochen (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 26. Januar 2011)

Die albanischsprachigen Banden gehören europaweit zu den bestausgestatteten und den effektivisten Verbrechern und sind für ihre extreme Gewalt berüchtigt, heißt es in dem Bericht. Viele Gang-Mitglieder haben früher für Geheimdienste oder die Polizei gearbeitet und sind eng mit den ehemaligen Paramilitärs der UÇK verbunden. Einige ihrer Einnahmen aus dem Drogenhandel (Kokain, Heroin, synthetische Drogen, Cannabis) „sind angeblich zur Unterstützung von Organsiationen der ehemaligen Befreiungsarmee des Kosovo bestimmt“, heißt es im OCTA-Bericht.

Waffenhandel

Der Westbalkan ist zudem die bevorzugte Quelle für den Import illegaler Waffen. Es handelt sich dabei um „große Mengen an Waffen und Munition“ aus den Jugoslawienkriegen in den 1990er Jahren. Vor allem Serbien und Bosnien-Herzegowina sind die Bezugsquellen für Waffen und Munition für kriminelle Banden in der EU.

„Der Westbalkan bleibt voraussichtlich eine Hauptbezugsquelle für schwere Waffen, die in die EU geschleust werden. Das liegt an den großen illegalen Vorräten in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, die Kosovo-Region, Montenegro und Serbien“, heißt es in dem Bericht.

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http://www.euractiv.de/sicherheit-und-vertei

Europol: Opens external link in new windowOrganised Crime Threat Assessment 2011 (4. Mai 2011)

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Paten der Super Mafia: Joschka Fischer, Jo Biden, Blair: und die SPD-FES Mafia um Martin Schultz, Gernot Erler, Christoph Zöbel.

coe
Dick Martys Bericht an den Europarat
Committee on Legal Affairs and Human Rights

Inhuman treatment of people and illicit trafficking in human organs in Kosovo*

Draft report

Rapporteur: Mr Dick Marty, Switzerland, Alliance of Liberals and Democrats for Europe
Serbia: Our criminals lead Balkan mafia

Our criminals lead Balkan mafia

Vuk Z. Cvijić/Tamara Marković Subota | 09. 05. 2011. – 00:02h |

BELGRADE – Criminals from Serbia were leading Balkan groups which organized supply and transport of cocaine from South America to Europe. Names of some leading criminals are yet to be revealed.

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