Will man den bekannten Journalisten Bakir Hadziomerovic Mund tod kriegen in BiH

Posted on Dezember 29, 2010 von

1



Viele Skandale rund um Milorad Dodik, wurden durch diese Sendung des Journalisten Bakir Hadziomerovic, aufgedeckt, so das Milorad Dodik, den Sender in seiner Region abschaltete, wenn Bosnische TV Sendung 60 Minuten lief.

 

NEZAVISNE NOVINE The newspaper claims it has evidence that Croatia’s leading oil and gas group INA paid €30,000 to the editor in chief of popular Bosnian TV magazine 60 minutes Bakir Hadziomerovic so that the programme would stop negative reporting of its operations in Bosnia. Programme makers deny the allegations.

 

Auf den Straßen bewegen sich nur wenige Autos. Und Verabredungen müssen abgesagt werden. Denn der Montagabend gehört dem inzwischen schon legendären Fernsehjournalisten Bakir Hadziomerovic mit seinem kritischen Politmagazin „60 Minuten“ im Fernsehen der bosniakisch-kroatischen Föderation. Die Sendung ist beliebt beim normalen Volk und wird gehasst von den Mächtigen, den Korrupten, den Nationalisten und religiösen Fanatikern.

Mustafa Ceric, der Reisu-l-Ulema, das religiöse Oberhaupt der bosnischen Muslime, würde seine Schäfchen am liebsten vor der „Provokation eines schlechten Journalismus“ bewahren. Die ständige Kritik an ihm, seiner Lebensweise und seines Führungsstils, der Verquickung von religiöser und politischer Macht, den finanziellen Machenschaften seiner Gefolgsleute stören ihn empfindlich.

Und sogar in der serbischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowinas, der „Republika Srpska“, wird die Sendung gern gesehen. Dort hat aber Ministerpräsident Milorad Dodik das durchgesetzt, wovon Mustafa Ceric nur träumen kann: Während der „60 Minuten“ wird die Übertragung des Föderationsfernsehens ausgesetzt. Nur dort, wo die Sender des anderen Teilstaates in die serbische Teilrepublik hineinreichen, herrscht also Pressefreiheit. In Banja Luka, der Hauptstadt der „Republika Srpska“, treffen sich am Montagabend deshalb Familien und Freunde bei jenen, die „60 Minuten“ empfangen können. Und dürfen sich daran ergötzen, wie die Sendung aus Sarajevo nicht nur dem Oberhaupt der Muslime, sondern auch ihrem Regierungschef Milorad Dodik auf die Füße tritt.

Der scharfzüngige Bosnjak Bakir Hadziomerovic kennt keine Grenzen, schon gar keine ethnischen oder religiösen. Aus Banja Luka berichtet der serbische Journalist Slobodan Vaskovic. Damit gewinnt die Sendung in ganz Bosnien an Glaubwürdigkeit, und genau da wittern Mustafa Ceric und Milorad Dodik die Gefahr. Die beiden sind eigentlich Gegner, der eine Oberhaupt der bosnischen Muslime und der andere der Chef der überwiegend serbisch-orthodoxen Teilrepublik. Nur im Kampf gegen „60 Minuten“ sind sie sich einig. Denn sie möchten beide in der jeweils eigenen Volksgruppe ideologisch und politisch unbestritten den Ton angeben.

…………….

Milorad Dodik läuft rot an, wenn er nur den Namen „60 Minuten“ hört. Der selbstherrliche Chef aller bosnischen Serben, der sich fälschlicherweise Sozialdemokrat nennt, hat allen Grund dazu. Denn die Journalisten fanden schon vor Jahresfrist heraus, dass Dodik in Korruptionsskandale verwickelt ist. Als Dodik letztes Jahr die international anerkannte Antikorruptionsagentur Transparency International aus Banja Luka rausgeworfen hatte, begann ein Verfahren der Sipa, der gesamtstaatlich organisierten Antikorruptionspolizei, gegen ihn. Dodik wird vorgeworfen, er habe beim Bau eines überdimensionierten Regierungspalastes und eines Autobahnteilstückes sowie bei der Privatisierung von Firmen vermutlich Provisionen eingesteckt. Tatsache und überprüfbar ist, dass Dodik sich im Nobelviertel von Belgrad, Dedinje, eine Villa für mehrere Millionen bauen ließ.

Am vergangenen Montag war Dragan Lukac, der Vizedirektor der Sipa, Gast der Sendung. Und es stellte sich heraus, dass Dodik versucht hat, in das schwebende Verfahren einzugreifen und es zu torpedieren. So bewog er offensichtlich den serbischen Chef der Behörde und einen Richter am gesamtstaatlichen Gericht, Einfluss auf das Verfahren zu nehmen.

Da aber die Europäische Polizei und auch das Office of High Representative, also die internationale Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, den Gang der Dinge überwacht, wird diese Einflussnahme möglicherweise erfolglos sein. Das kann aber niemand mit Bestimmtheit sagen, denn auch die Institutionen der internationalen Gemeinschaft sind anfällig für Einflussnahmen von außen.

 

http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/60-minuten-zu-viel/

Posted in: bosnia