Kriegs Verbrechen auf dem Balkan der Deutschen Wehrmacht

Posted on Juni 17, 2010 von

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Als Verbrechen der Wehrmacht werden Verbrechen bezeichnet, die von Angehörigen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg planmäßig begangen wurden. Zu ihnen gehören rechtswidrige Befehle und die Außerkraftsetzung des Kriegsvölkerrechts, der Genfer Konventionen und sonstiger Rechtsnormen schon während der Kriegsvorbereitung, Angriffs- und Vernichtungskrieg, Massenmorde an Zivilisten und als Partisanen Verdächtigten, Misshandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Besatzungsverbrechen sowie die direkte und indirekte Teilnahme an rassistischem Völkermord, besonders am Holocaust.

Die juristische und politische Aufarbeitung ist bis heute nicht abgeschlossen. In NS-Prozessen seit 1945 wurden nur wenige Wehrmachtsverbrechen verhandelt. Sie wurden in der Bundesrepublik Deutschland lange öffentlich bestritten oder verharmlost, ihre Strafverfolgung verschleppt und behindert. Wie viele einfache Soldaten an ihnen beteiligt waren, die Opferzahlen und die Motive der Täter sind bis heute umstritten.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht

Südosteuropa [Bearbeiten]

Jugoslawien [Bearbeiten]

Da Polizei und SD-Einheiten mit der Eindämmung der Mitte 1941 einsetzenden starken Tätigkeiten von Titos Partisanen bald überfordert waren, betraute das OKW – auf Wunsch des Führers – im August die Wehrmacht mit dieser Aufgabe. [64] Da die rein militärische Bekämpfung der Partisanen durch teilweise auch gemischte Einheiten aus Wehrmacht, Polizei, und SD sich dennoch als relativ erfolglos erwies, verlegte man sich bald auf „Sühneaktionen“ und Geiselerschießungen, welche sich gegen wirkliche und vorgebliche Kommunisten und Partisanen, die Zivilbevölkerung, und besonders Juden und Zigeuner richtete. Zwei der größten Massaker der Wehrmacht mit insgesamt 4.000 Opfern ereigneten sich in Kraljevo und Kragujevac. [65]

Ein typisches Beispiel für eine in keinem ursächlichen Zusammenhang stehende, und somit kriegsrechtlich ungedeckte „Sühneaktion“ sowie die Gleichsetzung von Juden und Partisanen, war die Anweisung des im September 1941 eingesetzten Bevollmächtigten Generals in Serbien, Franz Böhme, wegen 21 in einem Kampf mit Partisanen getöteten Soldaten 2.100 Häftlinge der Konzentrationslager Šabac und Belgrad, bevorzugt Kommunisten und Juden, zur Liquidierung auszuwählen.

Die Anzahl der im Zuge von Vergeltungsmaßnahmen in Serbien getöteten Personen wird von Karl H. Schlarp auf 41.000 bis 46.000 geschätzt. [66]

Speziell im Bereich der systematischen Judenvernichtung ermöglichte die gut koordinierte Zusammenarbeit von Wehrmacht, Militärverwaltung, Polizei, und Sondertruppen eine größtmögliche Effizienz, so dass Serbien nach Estland das zweite besetzte Land war, welches als „judenfrei“ bezeichnet werden konnte. [67] Der Definition, Registrierung und Kennzeichnung, Entrechtung, gesellschaftlichen Ausgrenzung und Beraubung der Juden anfangs 1941 folgte die Liquidierung männlicher Juden und Roma. Nur wenige überlebten. Bis zum Herbst war die Wehrmacht an diesen Aktionen nur durch mittelbare Unterstützung beteiligt, übernahm aber ab diesem Zeitpunkt – im Gegensatz zu anderen von Deutschland besetzten Gebieten – diese Aufgabe hauptsächlich selber. [68]

siehe auch: Luftangriff auf Belgrad im Jahr 1941, Massaker von Kraljevo und Kragujevac

Kreta [Bearbeiten]

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Erschießung von Zivilisten in Kondomari, Kreta 1941

Nach den Vergeltungaktionen deutscher Fallschirmtruppen auf Kreta (Luftlandeschlacht um Kreta, Sonderunternehmen Völkerbund) versuchten die neuen Kommandanten der „Festung Kreta“, Alexander Andrae und Bruno Bräuer, zu einer weniger harten Repressionspolitik überzugehen als der General der Fallschirmtruppen Kurt Student. [69] Als es jedoch zu Sabotageaktionen an Flughafen- und Treibstoffanlagen und zu Zusammenstößen mit kretischen Partisanen, den Andarten, kam, gingen sie zu Massenexekutionen an Zivilisten über. In einer der brutalen „Sühneaktionen“ brannten sie im September 1943 im Unterbezirk Viannos ein Dutzend Dörfer nieder, wobei mindestens 440 Personen, Männer, Frauen und Kinder, ums Leben kamen.[70] Auch der Rückzug in die Region um Chania, die ‚Kernfestung Kreta‘, im Herbst 1944 wurde von Zerstörungen kretischer Dörfer entlang der Rückzugslinie und von Hinrichtungen von Zivilisten begleitet.[71] Nach griechischen Schätzungen kamen während der deutschen Besatzung Kretas zwischen 3.000 und 9.000 Zivilisten ums Leben.[72]

Peloponnes und Nordwestgriechenland [Bearbeiten]

Auch Gebirgsjäger waren an Kriegsverbrechen beteiligt, so die 1. Gebirgs-Division an der Erschießung von italienischen Kriegsgefangenen der Division „Acqui“ auf Kefalonia und Korfu. [73] 155 Offiziere und 4.750 einfache italienische Soldaten, [74] die sich den deutschen Truppen ergeben hatten, wurden nach ihrer Gefangennahme, den Befehlen des Oberkommandos der Wehrmacht folgend und allen Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts widersprechend, getötet. Dies war eines der schwersten Kriegsverbrechen mit direkter Beteiligung von Wehrmachtseinheiten. Darüber hinaus unterstützten Gebirgsjäger die Geheime Feldpolizei bei der Deportation der jüdischen Bevölkerung in Griechenland. Als die Division im Frühjahr 1943 nach Montenegro verlegt wurde, hatte sie im bisherigen Kriegsverlauf bereits über 19.000 Mann verloren. Anfang Juli 1943 wurde die 1. Gebirgs-Division nach Westgriechenland in den Epirus verlegt. Die militärischen Erfolge der ELAS hatten eine Verstärkung der deutschen Besatzungstruppen notwendig gemacht, und als Antwort darauf sollte der Terror intensiviert werden. Auch für sie galt Hitlers Befehl vom 16. Dezember 1942:

[…] Wenn dieser Kampf gegen die Banden sowohl im Osten wie auf dem Balkan nicht mit den allerbrutalsten Mitteln geführt wird, so reichen in absehbarer Zeit die verfügbaren Kräfte nicht mehr aus, um dieser Pest Herr zu werden. Die Truppe ist daher berechtigt und verpflichtet, in diesem Kampf ohne Einschränkungen auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden, wenn es nur zum Erfolg führt…[75]

Allein in den drei Monaten zwischen Anfang Juli und Anfang Oktober 1943 wurden rund 207 Ortschaften mit 4.500 Häusern zerstört und über 2.000 Griechen und Albaner, darunter Frauen, Alte und Kinder getötet. Ein Indiz dafür, dass es höchst selten zu Gefechten mit Partisanen kam, ist die Tatsache, dass „nur“ 23 Gebirgsjäger in diesem Zeitraum gefallen sind.[76][77][78]

siehe auch: Massaker von Distomo, Kalavrita, Kandanos, Kondomari, Komeno

26.05.2007 / Thema / Seite 10

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Kriegsverbrecher? Kein Problem!
Angreifbare Traditionspflege: Die Gebirgstruppen der Bundeswehr pflegen beste Kontakte mit ihren Vorgängern aus der Wehrmacht. Die »Ehre der Soldaten« verbindet sie als gemeinsames Anliegen
Von Frank Brendle

Als »Sühne« für den angeblichen Mord an einem hohen Wehrmachtsan
Als »Sühne« für den angeblichen Mord an einem hohen Wehrmachtsangehörigen mußten 200 Griechen ihr Leben lassen. Den Befehl dazu erteilte Lanz
Foto: jW-Archiv

Seit 2002 sind die alten Kameraden allerdings in der Defensive. Ein antifaschistisches Bündnis, an dem sich unter anderem der Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege und die VVN-BdA beteiligen, veranstaltet seither Protestaktionen und Demonstrationen (siehe jW vom 23. Mai). Kameradenkreis und Bundeswehr reagieren darauf reflexartig mit dem Vorwurf des »Linksextremismus«, sehen sich aber gezwungen, wenigstens auf die offene Leugnung von Verbrechen zu verzichten.
Kameradschaftssprecher Harald Rettelbach räumte 2003 ein, daß Gebirgstruppen in Kommeno und Kephallonia Verbrechen begangen hätten, beeilte sich aber zu versichern, diese seien »die absolute Ausnahme in der Geschichte der Gebirgstruppe« gewesen. Der Kameradenkreis weigert sich weiterhin, die Rolle der Gebirgstruppen im Zweiten Weltkrieg historisch einzuordnen und den Charakter des Krieges als geplanten Raub– und Vernichtungskrieg anzuerkennen. Wenn er, dem öffentlichen Druck nachgebend, einige Worte über die von der Wehrmacht Ermordeten verliert, kommen ihm nie mehr als unverbindliche Allgemeinplätze über die Lippen.
Unter dem Motto »Alle sind Opfer« versuchen die alten Täter, weiterhin über ihre Taten zu schweigen. »Soldaten sind keine Mörder, sie sind vielmehr alle Opfer. Die, die getötet wurden, und die, die gezwungen waren zu töten, um zu überleben«, hieß es im Jahr 2002 in der Gebirgstruppe. Man gedenke der vermißten, gefallenen und verstorbenen Kameraden, der Toten der Kriegsgegner, außerdem der Opfer von »Gewaltherrschaften« (sic!) und neuerdings sogar der Opfer des »Terrorismus«. Mehr als eine deklaratorische Formel, die es erübrigen soll, genauer hinzusehen, ist das nicht. »Auch Gebirgssoldaten waren an Vorgängen beteiligt, die nicht nur nach heutigen Kriterien, sondern auch schon damals gegen geltendes Recht verstoßen haben«, räumte vor zwei Jahren Vereinspräsident Oberst a.D. Manfred Benkel ein – um sofort hinterherzuschieben, daß sich dafür jeder »vor Gott« verantworten müsse, nicht aber vor dem Vereinsvorstand. Einmal mehr folgte dann der Hinweis: »Kein Mitglied unseres Kameradenkreises ist wegen Kriegsverbrechen angeklagt oder verurteilt« – was ja tatsächlich viel über das Versagen der westdeutschen Justiz, aber nichts über den Kameradenkreis aussagt.
Bundeswehr hilft

Die personellen Kontinuitäten von alter und neuer Truppe können hier nicht alle genannt werden. Als am 1. Dezember 1956 die 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr aufgestellt wurde, bezeichnete es deren Kommandeur als »besonderes Glück«, daß sich viele Kameraden aus Kriegszeiten kannten. Besonders bemerkenswert ist die Wieder- bzw. Weitereinstellung von Reinhold Klebe, der als Bataillonsführer beim Massaker in Kommeno eingesetzt war. Bei seiner staatsanwaltschaftlichen Vernehmung 1968 zog er sich zunächst auf den Wehrmachtsbericht zurück und gab an, er habe starke Partisanentätigkeit beobachtet. Später fiel ihm dann das Massaker wieder ein, von dem er sich aber »voller Abscheu« abgewandt habe. In Kephallonia, wo Klebe ebenfalls mit dabei war, will er »keine rechtswidrigen Handlungen« gesehen haben. Das qualifizierte ihn zum Dienst in der Bundeswehr. Noch 1988 schrieb er über das Massaker an den Kriegsgefangenen: »Der Kampf um Kephallonia kann, militärisch-taktisch betrachtet, als eine große Leistung deutscher Truppen im Gebirgskrieg angesehen werden.« Auch die Koautoren des von Hubert Lanz verfaßten Gebirgsjäger-Buches wurden von der Bundeswehr übernommen: die Obersten Max Pemsel und Karl-Wilhelm Thilo. Beide hatten sich auf dem Balkan in der »Bandenbekämpfung« um Führer und Reich verdient gemacht und dabei Tausende von Zivilisten ermordet.
Zwischen den Kameraden und den bundesdeutschen Gebirgstruppen gab es von Anfang an beste Beziehungen und personelle Überschneidungen. Seit 1958 empfiehlt die Bundeswehr ihren ausscheidenden Soldaten, sich im Kameradenkreis zu organisieren. Warum sie ihre Wehrmachtsvergangenheit und den Kameradenkreis so sehr schätzt, erklärte der Europaabgeordnete Tobias Pflüger (auf der PDS-Liste gewählt) auf einer Protestkundgebung in Mittenwald vor zwei Jahren folgendermaßen: »Heute gibt es Gebirgsjäger der Bundeswehr, die eine ganz spezifische Rolle im Bereich der Bundeswehr spielen. Sie gehören zu den sogenannten Einsatzkräften, zu denjenigen Truppen, die unter anderem auf Interventionen vorbereitet werden.« Und wo sollten die für ihre völkerrechtswidrigen Kriege ihre Vorbilder hernehmen, wenn nicht von den Großvätern aus der Wehrmacht mit ihrer Kriegserfahrung?
Tatsächlich lobte etwa General Klaus Reinhardt am Pfingsttreffen im Jahr 2000 »die zeitlosen militärischen Werte wie Pflicht, Treue, Tapferkeit und Kameradschaft«, die die Kommandeure der Wehrmachts-Gebirgstruppen vorgelebt hätten. »Diese Männer waren unsere Vorbilder«, so der General.
Ähnlich wie der Kameradenkreis muß auch die Bundeswehr wenigstens einige Floskeln über die Opfer der Massaker verlauten lassen – wobei sie tunlichst vermeidet, Opfer und Täter beim Namen zu nennen. Kasernenchef Markus Bentler, damals Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall, schrieb im Jahr 2003 in der Bundeswehrzeitschrift Informationen für die Truppe, es seien zwar »viele schuldig geworden, jedoch besteht die Verantwortung nachfolgender Generationen und Armeen darin, nicht in Selbstgerechtigkeit zu verfallen«. Er habe Verständnis für diejenigen, die »ehrenhaft gehandelt und tapfer für ihr Land gekämpft haben« und forderte »offene und kritische Auseinandersetzung der Gebirgstruppe mit ihrer Geschichte«, die »nicht makellos« sei. Genaueres erfährt der Leser nicht, und wer die kritische Auseinandersetzung allzu kritisch betreibt, wird vom Kommandeur abgemahnt: Es gehe nicht an, »pauschal zu diffamieren«. In der Pfingstansprache 2005 kritisierte Bentler »die unschönen Begleitumstände« der Gedenkfeier. Gemeint waren die Gegenkundgebungen, die »der Würde des anschließenden Gedenkgottesdienstes abträglich« seien.
Die vielfältigen Beziehungen zwischen Truppe und alten Kameraden sind ausführlich in der Gebirgstruppe dargestellt. Seit Jahren finden die Mitgliederversammlungen des Vereins in einer Bundeswehrkaserne in München statt. Das Offiziersheim in Mittenwald wird dem Kameradenkreis für »pfundige Kameradschaftsabende« zur Verfügung gestellt. Der Kommandeur der Gebirgs- und Winterkampfschule Mittenwald übernimmt die Schirmherrschaften für das »Bundesschießen«, Anmeldungen sind zu richten an die Kaserne in Murnau.
Auch in diesem Jahr hat die Bundeswehr dem Kameradenkreis wieder die Genehmigung erteilt, seine Pfingstfeier am Ehrenmal – das sich auf Bundeswehrgelände befindet – abzuhalten. Die Anmelder einer antifaschistischen Kundgebung erhielten eine Absage. Morgen wird wieder ein Vertreter der Bundeswehr vor den Kameraden sprechen, und ein Bus der Truppe wird die Veteranen transportieren, darunter auch die Altfaschisten von der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger. Köche, Kranzträger, Ehrenposten und ein Musikkorps stehen bereit.
Die Bundesregierung wurde mittlerweile mehrfach von der Linksfraktion dazu befragt, ob sie ihre engen Kontakte zu einem Verein, der verurteilte Kriegsverbrecher zu Ehrenpräsidenten macht, nicht überdenken wolle. Doch auf ihren Kameradenkreis läßt die Regierung nichts kommen. Es sei nicht Aufgabe der Bundesregierung, die Geschichtspolitik privater Vereine zu beobachten, so die Antworten. Verfasser derselben ist der CSU-Staatssekretär Christian Schmidt. Der erklärte erst vorgestern wieder: »Von einer verbrecherischen Geschichte der Gebirgstruppen zu sprechen ist historisch falsch und (…) höchst unangemessen.« Kein Wunder, hackt doch eine Krähe der anderen kein Auge aus: Schmidt ist selbst Mitglied des Kameradenkreises.Ab heute finden in Mittenwald bis Sonntag Abend Protestveranstaltungen statt.

Infos unter: mittenwald.blogsport.deZahlreiche Hinweise wurden der Dokumentation des Hearings von 2003 entnommen: »Mörder unterm Edelweiß«, herausgegeben von Ralph Klein, Regina Mentner und Stephan Stracke, Köln 2004; außerdem einer von Markus Mohr vorgenommenen Auswertung der Gebirgstruppe. Ferner: Gerhard Schreiber: Deutsche Kriegsverbrechen in Italien, München 1996 sowie Hermann Frank Meyer: Kommeno. Erzählende Rekonstruktion eines Wehrmachtsverbrechens in Griechenland, Köln 1999

http://www.jungewelt.de/2007/05-26/026.php

17.06.2010 / Schwerpunkt / Seite 3Inhalt
»Deutschland hat Schulden«
Verbrechen der Wehrmacht und SS in Griechenland: Überlebende und ihre Angehörigen kämpfen bis heute um Entschädigung. Ein Gespräch mit Argyris Sfountouris, Gabrielle Heinecke und Martin Klingner
Interview: Heike Schrader, Athen
Argyris Sfountouris, Überlebender des Massakers in Distomo,
Argyris Sfountouris, Überlebender des Massakers in Distomo, in der Gedenkstätte
Foto: Mark Bilios
Argyris Sfountouris überlebte als Dreijähriger das Massaker in Distomo. Gabriele Heinecke und Martin Klingner engagieren sich im Arbeitskreis Distomo und als Anwälte für eine Entschädigung der Opfer von Naziverbrechen.

Am 10. Juni 1944 ermordeten Angehörige des 7. Regimenst der 4. SS-Polizei-Panzer-Division im Zuge einer sogenannten Sühnemaßnahme 218 Bewohner der griechischen Ortschaft Distomo. Die Überlebenden und ihre Angehörigen kämpfen bis heute um Entschädigung. Wie steht es in dem Fall im Moment?
Martin Klingner: Der Kassationsgerichtshof in Rom hatte 2008 entschieden, daß eine Durchsetzung der Rechtsansprüche in Italien gegen deutsches Staatseigentum möglich ist. »Staatenimmunität« erkennen die italienischen Gerichte bei Verbrechen gegen die Menschheit und Kriegsverbrechen zu Recht nicht an. Zur Sicherung der Ansprüche der Distomo-Kläger waren im Jahr 2009 die Zahlungsansprüche der Deutsche Bahn AG gegen die Italienische Staatsbahn (aus Ticketverkäufen in Italien) gepfändet worden. Dadurch gingen keine Einnahmen mehr aus Fahrkartenverkäufen nach Deutschland. Im Mai 2010 hat die italienische Regierung ein Dekret erlassen, um das Vollstreckungsverfahren vorläufig zu stoppen. Deutschland hat Ende 2008 ein Verfahren am Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen Italien eröffnet. Damit will die BRD alle Verfahren gegen Deutschland in Italien wegen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg beenden.

In Griechenland wurden reine Entschädigungsansprüche verfochten. Wie sehen die Verfahren in Italien aus?
……..
http://www.jungewelt.de/2010/06-17/034.php

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